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Was ist Ethernet?

Was ist Ethernet?

Das IEEE (Institute of Electrical and Electronics Engineers) definiert Ethernet als Protokoll 802.3 – so viel zum genauen technischen Begriff. Doch einfach nur „Ethernet“ kann man sich viel besser merken und so haben Sie wahrscheinlich auch zum ersten Mal von diesem Grundpfeiler des Internets gehört.

Gemeint ist mit Ethernet ganz einfach der derzeit am häufigsten verwendete LAN-Typ (Local Area Network, lokales Netzwerk). Im Gegensatz zu einem WAN (Wide Area Network, Weitverkehrsnetz), das sich über einen größeren geografischen Bereich erstreckt, ist ein LAN ein verbundenes Computernetzwerk in einem kleinen Bereich, wie z. B. Ihrem Büro, einem Universitätsgelände oder auch Ihrem Zuhause. Vielleicht sind Sie sogar mit einem verbunden, während Sie dies hier lesen.

Eines ist Ethernet jedoch nicht: kabellos. In einer Welt, in der WLANs unser vernetztes Leben zu bestimmen scheinen, fragen Sie sich vielleicht: Ist dieser rechteckige Ethernet-Port an meinem Laptop nicht mittlerweile überflüssig? Sowohl versierte Geschäftsleute als auch passionierte Gamer werden Ihnen antworten: „Nein, definitiv nicht.“ Erfahren Sie warum.

Ethernet: Geschwindigkeiten, Kabel und Einrichtung

Da es Ethernet bereits Anfang der 70er Jahre gab, lag die Geschwindigkeit des klassischen Ethernet bei gemächlichen 10 Megabit pro Sekunde (Mbit/s). Mit Fast Ethernet wurden später Datenübertragungsraten von bis zu 100 Mbit/s erreicht, und nach enormen technologischen Fortschritten unterstützt das heutige Gigabit Ethernet Geschwindigkeiten von bis zu 1.000 Mbit/s. Das derzeit noch auf technologische Spitzenunternehmen beschränkte 10 Gigabit Ethernet mit Geschwindigkeiten von bis zu 10.000 Mbit/s wird auch nicht mehr lange auf sich warten lassen.

Da es sich um ein kabelgebundenes Protokoll handelt, ist es auch wichtig, welche Art von Ethernet-Kabel verwendet wird. Am häufigsten kommen Ethernet-Kabel der Kategorie 5 (CAT5) zum Einsatz. Diese unterstützen sowohl klassisches als auch Fast Ethernet, während Kabel der Kategorien 5e und 6 (CAT5e und CAT6) für Gigabit bzw. 10 Gigabit Ethernet ausgelegt sind.

Diese Kabel verlaufen vom Modem oder der Modem/Router-Kombi (auch Gateway genannt) zu den Ethernet-Ports internetfähiger Geräte wie Computer, Laptops oder Smart TVs. Wenn Ihr Gerät nicht über einen Ethernet-Port verfügt, können Sie eventuell einen USB/Ethernet-Adapter verwenden.

Ethernet versus WLAN: Vorteile

Signalstabilität

Während die Einrichtung eines kabelgebundenen LANs etwas teurer und zeitaufwändiger ist als bei einem WLAN (Wireless Local Area Network), gibt es doch auch einige unbestreitbare Vorteile. Erstens werden WLAN-Signale über Radiofrequenzen übertragen. Wenn Sie schon einmal beim Radiohören im Auto durch einen Tunnel gefahren sind oder über Ihre Stereoanlage das Signal Ihres Nachbarn empfangen haben, wissen Sie, dass Radiowellen störanfällig sind. So auch Ihr WLAN.

Beim kabelgebundenen Ethernet sind Störungen kein Problem. Und da alles, von den WLAN-Signalen Ihres Nachbarn, über Ihre Mikrowelle bis hin zu Ihrem Bluetooth-Headset WLAN-Störungen verursachen kann, ist das unter Umständen ein enormer Vorteil. Ohne Störungen sind Verzögerungen, Unterbrechungen oder Verbindungsaussetzer bei Ihrer Internetverbindung weniger wahrscheinlich – durchaus nicht unwichtig, wenn Sie riesige, datenhungrige Mediendateien an einen Kunden übermitteln (oder in einem Call-of-Duty-Turnier antreten).

Genauso verursachen auch Ihre eigenen Wände keine Probleme für Ethernet, und da jedes Gerät einzeln per Kabel verbunden ist, muss die Bandbreite nicht zwischen Laptop und PS4 aufgeteilt werden.

Flexibilität und Sicherheit

Auch wenn Sie um eine Verkabelung nicht ganz herumkommen, bieten Ihnen Ethernet-Kabel die Flexibilität, Daten bis zu 100 Meter – von Ihrem Modem oder Router – zu übertragen. Da die meisten Router bereits über Ethernet-Ports verfügen, ist die Umstellung zu Hause nicht besonders aufwändig. Sie können sogar Ihre Spielkonsole oder Ihr Desktop-Gaming-Rig per Kabel anschließen und Ihr Handy und Tablet per WLAN verbinden.

Für geschäftliche Nutzer sind die Kontrolle und Sicherheit, die Ethernet bietet, kaum schlagbar. Mit einer physischen Verbindung behalten Sie jederzeit die Kontrolle darüber, wer mit Ihrem lokalen Netzwerk verbunden ist. So können nicht nur Daten für Ihre Nutzer verfügbar gemacht, sondern auch unerwünschte (geschweige denn gefährliche und kostspielige) Sicherheitsverstöße vermieden werden. Da ein WLAN weiter reicht als Ihr Büro, ist das WLAN-Netz Ihres Unternehmens natürlich anfälliger für mögliche Bedrohungen.

Ethernet versus WLAN: Nachteile

WLAN ist dafür bekannt, einfach zugänglich zu sein, und das ist durchaus richtig. Wenn Sie ein WLAN nutzen, benötigen Sie im Grunde nur eine erschwingliche Modem/Router-Kombi, und schon sind Sie und Ihre Geräte einsatzbereit.

Kosten

Je größer und komplexer Ihr kabelgebundenes LAN hingegen ist, desto höher sind Ihre Kosten. Wenn Sie lediglich Ihre Xbox One per Ethernet-Kabel verbinden, fallen nur die Kosten für dieses eine Kabel an. Doch wenn Sie ein kleines Unternehmen haben und ein sicheres, stabiles und nicht-öffentliches Netzwerk einrichten möchten, benötigen Sie Modems, Firewalls, Server, Switches und womöglich auch eine professionelle Installation. Da die Kosten mit jeder auf das Netzwerk zugreifenden Workstation steigen, könnte Ihre Erstinvestition beträchtlich sein.

Verfügbare Ports

Wir haben vorhin bereits die Möglichkeit eines USB/Ethernet-Adapters erwähnt. Das ist auch eine Überlegung wert. Während die meisten PCs, Laptops, Smart TVs, Konsolen und Smart Blu-ray Player mit Ethernet-Ports ausgestattet sind, sind es einige auch nicht. Das kann sogar für Gamer eine Rolle spielen, da die zuvor erwähnte Xbox One beispielsweise über einen Ethernet-Port verfügt, während für die Wii U ein spezieller USB-betriebener Wii-LAN-Adapter erforderlich ist.

Mobilität

Auch Ihre Mobilität ist eingeschränkt, wenn Sie rein auf Ethernet setzen, da bei mobilen Geräten wie Smartphones, Tablets, Netbooks, E-Readern und tragbaren Gaming-Systemen nur WLAN funktioniert (es ist ziemlich schwierig, einen Ethernet-Port zu integrieren, wenn der Port selbst breiter ist als viele dieser Geräte). Daher bieten die meisten LAN-Setups eine Möglichkeit für zusätzliche WLAN-Konnektivität. Und wenn Ihnen hauptsächlich Schnelligkeit wichtig ist, liefern Ihnen die von Dual-Band- und Tri-Band-Routern unterstützten 802.11ac-Standards maximale Höchstgeschwindigkeiten von 1,3 Gigabit pro Sekunde (Gbit/s) – wobei die theoretischen Geschwindigkeiten sowohl von WLAN als auch Ethernet durch reale Gegebenheiten wie etwa den Datentarif bei Ihrem Internetdienstanbieter begrenzt sind.

Was nun also – mit oder ohne Kabel?

Letztendlich hängt die Entscheidung für oder gegen Ethernet von Ihren Anforderungen, Präferenzen und Ihrem Budget ab. Für die meisten Haushalte, die das Internet für HD-Streaming, Surfen auf Chromebooks oder Candy-Crush-Sessions auf dem Smartphone nutzen, genügt in der Regel ein Dual-Band WLAN-Router. Doch wenn Sie Ihren Platz in der Bestenliste Ihres Online-Spiels verteidigen möchten oder ein Unternehmen leiten, in dem Internetstabilität und Gewinn Hand in Hand gehen, ist eines sicher: WLAN hat dem Kabel noch nicht ganz das Wasser abgegraben.